Der Moment, bevor wir uns klein machen đ
[siehe auch Video unten] Unser Nervensystem registriert stĂ€ndig Reize, Impulse, Informationen aus unserer Umgebung und aus unserem Inneren. Wenn es diese als gefĂ€hrlich einschĂ€tzt, springt unser Alarmsystem an, und unser Körper mobilisiert Energie, um unser Ăberleben zu sichern - geht also in einen Modus von Kampf, Flucht, Einfrieren oder auch "Fawning".Â
Gewisse Umfelder und Menschen oder Situationen wiederholen sich, triggern uns und lassen uns immer wieder gleich fĂŒhlen und reagieren â obwohl wir das gar nicht möchten.
Zum Beispiel:
Machen wir uns klein an einem Familientreffen.
Tun alles, um unserer Chefin zu gefallen.
Werten andere Personen ab.
Oder verspĂŒren einen starken inneren Drang, einfach wegzurennen â auch wenn uns das ĂŒberholt erscheint.
Bevor diese Ăberlebensmodi automatisch anspringen, passiert allerdings ganz viel. In der somatischen Traumaintegration sprechen wir auch vom "Bedrohungszyklus".
Der erste Schritt dieses Zyklus ist Orientierung - das Nervensystem registriert hier einen Reiz, Impuls - und schÀtzt dann in Schritt zwei ein, ob die Situation tatsÀchlich gefÀhrlich ist.
Unser Nervensystem wurde jedoch nicht immer aktualisiert hinsichtlich der Tatsache, dass wir nun â als Erwachsene â viel mehr Resilienz, Kraft und eigentlich Wahlmöglichkeiten haben als frĂŒher, als wir jĂŒnger waren (wo sich unser Körper dieses Muster angewöhnt hat).
Es kann besonders viel Sinn machen, in solchen sich wiederholenden Situationen sich diesen zwei ersten Phase zu widmen. Probiere gerne Folgendes aus:
Stell dir die Situation vor (am besten eine, die dich nur leicht aktiviert) und verlangsame sie. Schau dich zwischendurch im Raum um.
Was sind die ersten Momente, was sind die ersten Impulse, die dir zeigen, dass dein Nervensystem Gefahr wahrnimmt?
Kannst du diesen Moment verlangsamen und dir geben, was du brauchst, um dich sicherer zu fĂŒhlen?
Vielleicht merkst du dann, dass dein Nervensystem nicht mehr automatisch in den Ăberlebensmodus schaltet beim nĂ€chsten Mal wo du dich in einer Ă€hnlichen Situation wiederfindest. Du dich folglich anders fĂŒhlst, anders auftrittst, anders gibst.
Letzthin hatte ich eine Session mit einer Klientin, wo es genau hierum ging. Sie meinte danach:
"Was an diesem Anlass war, ist wirklich ein kleines Wunder. Einfach Wow, ich habe so viel Dankbarkeit. [âŠ]
Ein paar Dinge, vor denen ich Angst hatte, die mich traurig gemacht haben im Vorfeld, sind ganz anders gekommen. [âŠ]
Ich bin mir ganz sicher, diese Session mit dir hat mir da etwas aufgezeigt â im KörpergefĂŒhl drin â wie es geht, wie ich es machen kann, auf eine lockere Art."
Ist das alles neu fĂŒr dich, oder hast du mit sowas schon experimentiert? Ich wĂŒrde mich sehr freuen, von dir zu hören.

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